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Völlig unerwartet für Trainer Javier Garcia Dinis, der sich eigentlich darauf eingestellt hatte, erst eine Woche später am spielfreien Wochenende feiern zu dürfen: „Ich persönlich hatte für heute vorher nichts geplant und die Mannschaft darauf eingestellt, dass es vom Praest-Spiel in Materborn in der nächsten Woche abhängt. Wir feiern ganz spontan“, freute sich der von einigen Bierduschen gezeichnete Borussia-Trainer. Andere waren da schon optimistischer gewesen: Aufstiegs-T-Shirts, Bier, Sekt und Meisterzigarren - für alles war nach nervenaufreibenden 90 Minuten gesorgt, die an Dramatik kaum zu toppen waren.
Bocholts Offensivdrang spürte die Rheder Abwehrkette von der ersten Minute an. Nach einem Freistoß unter die Latte, hatte nicht nur Schütze Ramiro Weidemann den Torschrei schon auf den Lippen. Stattdessen sprang der Ball auf die Torlinie. Die Borussen hatten Pech, dass in der 34. Minute durch einen schmeichelhaften Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Jens Hempel ausgeglichen wurde. Der eigentlich außerhalb des Strafraums gefoulte A-Jugendliche Martin Schüring verwandelte selbst zur Halbzeitführung.
Kaum war das Spiel wieder angepfiffen, da setzte es für die Borussen einen Dämpfer durch den Ausgleichstreffer von Stefan Passerschröer. „Dass die Mannschaft heute immer wieder zurückkam, war extrem stark“, sagte Javier Garcia Dinis nach dem Abpfiff. Denn Maurice Bill sorgte in der 49. Minute für die erneute Führung, die Christopher Pötzsch zehn Minuten später wiederum egalisierte. Die Hereinnahme von Julian Bill brachte neuen Schwung, aus dem das 3:2 (66.) durch Ferit Turgay resultierte. Der Sieg geriet danach nicht mehr in Gefahr, sodass Ramiro Weidemann (73. und 84.) und Martin Schüring (81.) mit ihren Treffern sogar noch etwas für das Torverhältnis taten.
Das hätte im Fall eines Praester Sieges noch eine wichtige Rolle spielen können, doch zeitgleich mit dem Schlusspfiff in Bocholt, ließ der Treffer zum 2:2 durch ein Eigentor von Michal Szczepinski nur noch eine Rechnung zu: Fünf Punkte Vorsprung kann sich Borussia Bocholt nicht mehr nehmen lassen. Erleichtert war deshalb Garcia Dinis, den die Spieler nach dem Spiel in die Höhe warfen: „Wir sind mit 22 Jahren als Durchschnittsalter der wohl jüngste Aufsteiger aller Zeiten. Das darf man nicht vergessen, wenn man sieht, wie toll die Mannschaft mit Drucksituationen umgegangen ist und es auch verkraftet hat, wenn es mal nicht so lief. Dafür, dass wir heute schon alles klar machen konnten, möchte ich mich beim SV Vrasselt bedanken, der alles gegeben hat, obwohl es sportlich um nichts mehr ging.“

„We have a grandios Saison gespielt“: Auch Bocholts BVB freut sich über eine tolle Spielzeit mit Meisterschaft, wie die Aufstiegsshirts verraten.
Glückwunsch und Anerkennung für den Aufstieg und die Leistung Borussias gab es auch von Seiten des VfL Rhede, der bis zur 70. Minute für eine Menge Dramatik gesorgt hatte: „Durch ein paar unnötige Fehler haben wir am Ende verdient verloren“, analysierte Trainer Carsten Hiebing und fügte hinzu: „Borussia hat sich die Party verdient.“ Darüber freute sich auch Borussia-Stürmer Julian Bill: „Heute wird keiner von uns nach Hause gehen.“
Gleiches gilt für die Damen von Borussia Bocholt. Sie nutzten die Niederlage des SV Hemmerden und steigen damit in die Regionalliga auf.
VON PETER HOLTSCHLAG
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