|
VfL Rhede II - Borussia Bocholt - 14. Spieltag |
|
|
|
|
Borussia zeigt tolle Moral und Wille
Von Rolf Himmelberg - Quelle: BBV
Rhede/Bocholt. Im Kampf um die Meisterschale der Fußball-Bezirksliga setzte sich Borussia Bocholt beim Verfolger VfL Rhede II am Ende verdient mit 2:1 (0:0) durch und verteidigte damit seine Tabellenführung. Beeindruckend war dabei, mit welcher Moral die Borussen den 0:1-Rückstand vor gut 100 Zuschauern im Derby noch drehten. Rhede dagegen verhielten sich in der entscheidenden Phase zu passiv.

Die Borussen-Akteure Julian Bill (am Boden) und Martin Schüring (im Hintergrund) hatten gegen Simon Temminghoff und den VfL Rhede II das bessere Ende für sich. (Foto: ken)
|
Glücklich zeigte sich nach dem Sieg Bocholts Coach Javier Garcia Dinis: „Dass wir dieses Ding hier noch gedreht haben, ist der Mannschaft ganz hoch anzurechnen. Es lief so vieles gegen uns. Doch mit Aggressivität und Willen haben wir es doch noch geschafft.“ Dem stimmte sein Gegenüber Carsten Hiebing zu: „Nach der 1:0-Führung haben wir die Ordnung verloren. Die Gäste zeigten mehr Biss zum Schluss und nehmen hier die Punkte verdient mit.“
In der ersten Viertelstunde waren die Hausherren die aktivere und spielerisch bessere Mannschaft. Dabei erarbeiteten sie sich zwei Hochkaräter. Nach zehn Minuten täuschte Dennis Radstaak eine Flanke an, worauf Borussen-Torhüter Marc Tebroke aus dem Tor lief, um den Ball in der Luft abzufangen. Doch Radstaak änderte die Schussrichtung und zielte Richtung Tor. Am Ende flog das Leder knapp übers leere Tor. Nur eine Zeigerumdrehung später hämmerte Björn Koltermann den Ball vom Elfmeterpunkt an die Latte.
Dann aber lösten sich die Bocholter aus der Umklammerung und zogen ihr Positionsspiel mit viel Ballbesitz auf. Roy Nijman (19.), Julian Bill (23.) und Hendrik Grunwald (29.) hätten die Gäste in Führung schießen können, doch auch sie vergaben ihre Chancen. Die Offensivbemühungen der Hiebing-Elf prallten bis zur Pause am Bocholter Defensivverband ab.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams zunächst. Nach 55 Minuten gab Marc Steffen einen Warnschuss aufs Rheder Tor ab, doch verfehlte der Ball knapp das Ziel. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst gab der Schiedsrichter nach einer Stunde einen Handelfmeter für die Hausherren, als Nejat Toker den Ball angeblich mit der Hand abgewehrt hatte. „Das muss man nicht pfeifen“, ärgerte sich Garcia-Dinis über die Entscheidung. Dominik Schlütter ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte eiskalt zum 1:0.
Die Bocholter wachten sofort auf und gaben mächtig Gas. Als dann der Schiedsrichter den Borussen aus deren Sicht gleich zweimal einen Foulelfmeter verweigerte, kochten die Emotionen auf Bocholter Seite über. Hinterher beschwichtigte der angeblich gefoulte Roy Nijman fair: „Beim ersten Mal wurde ich nicht getroffen. In der anderen Situation hätte man vielleicht einen Elfer geben können, muss es aber nicht.“
Und Roy Nijman gab noch eine sportliche Antwort. Nach einer tollen Einzelleistung krönte er seine überragende Leistung mit dem 1:1 (73.). Und die Borussen setzten nach, wollten sich jetzt nicht mit nur einem Punkt zufrieden geben. Sie spürten die Verunsicherung in der Rheder Hintermannschaft und suchten ihr Heil weiter in der Offensive. Als dann Julian Bill nach einem krassen Abwehrfehler von Schlütter gar noch den 2:1-Siegtreffer für Bocholt erzielte (81.), war die Partie endgültig gekippt. Mit viel Geschick und ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten, spulten die Gäste nun ihr Programm herunter und verwalteten den Vorsprung souverän.
|
|