Glück für Szczepinski
Das erste Mal ins Schwitzen gerieten die Praester in ihren neuen Trikots mit Sauna-Embricana-Aufdruck in der achten Minute. Michal Szczepinski leistete sich als letzter Mann ein Foul. Schiedsrichter Gregor Tönisen beließ es zum Glück für die Gastgeber beim Gelben Karton und gab Freistoß auf der Strafraumlinie. Den folgenden Schuss von Roy Nijman hielt Simon Sieglar glänzend.
Sieglar auf dem Posten
In der 28. Minute war der Praester Schlussmann, der wieder Steffen Nüßmann vertrat, abermals auf dem Posten und parierte gleich zweimal. Auf der anderen Seite bewies auch der Bocholter Keeper Marc Tebroke seine Klasse, als er einen Freistoß (38.) von Kay Seidler gekonnt entschärfte. Wie schon des Öfteren in dieser Saison gelang den Praestern aus dem Spiel heraus zu wenig, in der Offensive fehlte erneut die Durchschlagskraft.
Die stärkste Phase der Gäste dann nach der Pause, als zunächst ein Schuss von Julian Bill am Tor vorbeiging (51.) und dann wenig später erneut Sieglar zweimal seiner Mannschaft das torlose Remis rettete. In der 65. Minute war dann aber auch der RSV-Torwart machtlos, als Kapitän Björn Terodde das 1:0 erzielte. „Die Bocholter Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient“, musste auch Roland Kock anerkennen, zumal die Gäste in der Folge durchaus auch noch hätten erhöhen können. Zunächst verzog Kai Nijman (70.), dann blockte Kay Seidler in höchster Not gegen Maurice Bill (80.). Eine Minute später Aufregung auf der anderen Seite. Jawad Norzad wurde gefoult und die Praester forderten Strafstoß. Der Schiedsrichter entschied aber nur auf Freistoß vor dem Sechzehner. Der Ärger schlug jedoch schnell in Jubel um, denn Kay Seidler verwandelte zum 1:1. Der Praester spekulierte darauf, dass Tebroke die „Torwartecke“ verlässt und hatte Erfolg damit.
Beide Teams spielten in den letzten Minuten auf Sieg, eine zwingende Torchance gab es aber nicht mehr. Dafür kochten nach dem Schlusspfiff die Emotionen noch einmal ordentlich hoch, nach zwei Minuten hatte sich aber auch diese Aufregung wieder gelegt.
Am nächsten Sonntag kommt es zum Verfolgerduell in der Bezirksliga, wenn der RSV Praest (5.), der bei einem Spiel weniger weiter drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Bocholt hat, beim VfB Rheingold (3.) antritt.
Punkteteilung im Spitzenspiel
VON SIMON JANSEN - zuletzt aktualisiert: 18.10.2010
(RP) Fußball-Bezirksligist RSV Praest erreichte gestern ein verdientes 1:1 gegen Tabellenführer Borussia Bocholt und überstand damit bereits das achte Spiel in Folge ohne Niederlage. Jetzt folgt das Derby beim VfB Rheingold.
Über die gesamte Spielzeit gesehen, muss Fußball-Bezirksligist RSV Praest mit dem gestrigen 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen Spitzenreiter Borussia Bocholt zufrieden sein. Die Gäste waren insbesondere in der Offensive das bessere Team. Beim RSV Praest wurde deutlich, dass die Durchschlagskraft im Angriff fehlt.
RSV-Trainer Roland Kock hatte die Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche umgestellt. So fand sich Kapitän Marcel Wolters auf der Bank wieder. Seine Position im rechten Mittelfeld übernahm Ertug Cosgun. Sieben Minuten waren im Praester Volksbank-Stadion gespielt, als der Praester Torhüter Simon Sieglar bei einem Freistoß seine Klasse zeigte. Zuvor hatte der Gastgeber Glück gehabt. Nachdem sich Abwehrchef Kay Seidler verschätzt hatte, konnte sich Michal Szczepinski nur mit einem Foul helfen. Bei korrekter Regelauslegung hätte der Praester Mittelfeldspieler die Rote Karte sehen müssen. In der 27. Minute war Sieglar erneut auf der Hut, als er einen Schuss von Julian Bill parierte. RSV-Vorsitzender Michael Kühn präsentierte zur Halbzeitpause den neuen Trikotsponsor. Ab sofort werben die Emmericher Stadtwerke auf den Trikots der Praester Kicker.
Sauna-Landschaft auf der Brust
In der zweiten Hälfte kamen die Gäste besser aus der Kabine. Julian Bill (51.) und Roy Nijman (52.) fanden jedoch in Sieglar ihren Meister. Eine platzierte Direktabnahme von Björn Terodde sorgte für die zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0-Führung der Gäste (66.). Anschließend versäumte es die Borussia jedoch, ihre Chancen zu verwerten. So vergab Julian Bill in der 78. Minute die Großchance zum 2:0.
Der RSV Praest zeigte jedoch Moral und kämpfte sich wieder in die Begegnung. Schiedsrichter Gregor Tönisen verweigerte dem Gastgeber in der 79. Minute einen Elfmeter, als er auf ein Foul außerhalb des Strafraums entschied. Kay Seidler war es egal. Der Libero traf per Freistoß zum 1:1-Ausgleich. Den Treffer muss allerdings Borussia-Torhüter Marc Tebroke auf seine Kappe nehmen. Der Keeper hatte mit einem Schlenzer über die Mauer gerechnet – Seidler schoss den Ball jedoch in die Torwartecke.
"Unter dem Strich bin ich mit dem Unentschieden zufrieden. Wenn Bocholt das 2:0 macht, ist das Ding gelaufen", sagte RSV-Trainer Roland Kock nach der Partie. An der Ausgangslage im Titelrennen hat sich gestern nichts geändert. Der RSV Praest hat als Tabellenfünfter weiterhin drei Punkte Rückstand auf Borussia Bocholt, wobei der Spitzenreiter bereits ein Spiel mehr ausgetragen hat.
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